Dienstag, 20. November 2012

Mobilität - wichtiger als man denkt?!!

Mobilität ist ja heutzutage ein viel gebräuchliches Wort. Jeder Mensch will bzw. muss, z.B. beruflich, mobil sein, um ein möglichst flexibles Leben zu führen bzw. die Anforderungen des Alltags gut bewältigen zu können. Daher hat das Thema "Mobilität" auch einen Platz im Programm der Piratenpartei Bayern.

Neben der Wichtigkeit des Themas für die Menschen, speziell im ländlichen Raum, ist das Thema auch politisch mehr wie bedeutend. Denn bei Mobilität geht es nicht nur um Verkehrs-, sondern auch um Wirtschafts- und Sozialpolitik. Wie gesagt, in der Stadt ist dies oft weniger problematisch. Aber auf dem Land, auch im Landkreis Straubing-Bogen, der sich als Flächenlandkreis sehr weit von Süden nach Norden und von Osten nach Westen zieht, leiden die Menschen oft unter einer eingeschränkten Mobilität.

Investitionen in infrastrukturellen Maßnahmen der Mobilität bzw. Förderprogramme in diesem Bereich sind daher auch wichtige wirtschaftspolitische Instrumente, weil viele Menschen nicht arbeiten können, da sie ohne Auto nicht zu einer potentiellen Arbeitsstelle kommen, wenn diese evtl. mehrere Kilometer von ihrem Heimatdorf entfernt liegt. Daher muss es Aufgabe der Politik sein, die Bedingungen für Menschen in ländlichen Regionen zu verbessern, mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen.

Auch liegt bei der Mobilität eine sozialpolitische Korrelation vor, d.h. der Mensch will bzw. braucht soziale Kontakte, in welcher Form auch immer, um nicht zu vereinsamen und nicht in die soziale Isolation zu rutschen, was der psychischen Gesundheit sehr zuwiderlaufen würde. Viele Menschen sind auf dem Dorf zwar in der Nachbarschaft oder Dorfgemeinschaft integriert. Aber für diejenigen, die dies nicht sind oder nicht wollen, muss die Möglichkeit bestehen, auch ohne Auto soziale Kontakte außerhalb des direkten sozialen Umfeldes aufbauen und pflegen zu können. Daher auch aus sozialpolitischer Sicht: der ÖPNV auf dem Land besser werden! Stichwort: Sicherstellung der sozialen Teilhabe und der Teilnahmemöglichkeiten am gesellschaftlichen und sozio-kulturellen Leben! Ein weiterer, mehr wie wichtiger sozialer Aspekt, ist die Erreichbarkeit medizinischer Einrichtungen, der von Kindertageseinrichtungen oder ganz banal die Möglichkeit des täglichen Einkaufs sicherzustellen.

Deshalb setzen sich die Piraten für eine Grundversorgung mit Mobilität ein! Auch ich will diese Forderung im Landtagswahlkampf für Straubing-Bogen thematisieren und Voranbringen. Die Idee und die Begründung hierzu kann man sehr schön dem Antrag von meinem Kollegen aus Oberbayern Andreas Witte entnehmen. Dieser ist seit dem LPT 2012.1 in Straubing eine unserer Positionen im Bereich der Mobilität:


Die Piratenpartei Bayern setzt sich für eine bessere Mobilitätsgrundversorgung in schwach besiedelten Gebieten ein.
Aktuell kann insbesondere der ländliche Raum nur durch hohe Subventionen mit ÖPNV versorgt werden - und trotzdem ist eine Grundversorgung nicht gewährleistet.
Die Piratenpartei Bayern setzt sich daher dafür ein, alle in Bayern existierenden Rufbus- und Anrufsammeltaxi-Angebote zusammenzuführen, überregional zu verknüpfen, dahingehend umzustrukturieren, dass Begrenzungen entlang von Landkreisgrenzen entfallen, Abfahrten jeweils zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgen und Benutzbarkeit mit gängigen Fahrkarten ohne Aufpreis möglich ist.
Eine Bereitstellung dieser Grundversorgung soll, wo keine andere Anbindung existiert, ständig gewährleistet sein.
Außerdem soll diese Grundversorgungsstruktur parallel zu bestehenden Verbindungen als Ergänzung für nicht verkehrende Busse und Bahnen nachts und als Direktverbindung, wo eine Benutzung der vorhandenen, regelmäßig-verkehrenden Linien mehr als eine Verfünffachung der Fahrzeit bedeutet, bereitgestellt werden.
Langsfristig sollen die Verkehrsquellen und Ziele analysiert und dahingehend geprüft werden, ob sich aus diesem Kleinverkehr ggf. ausreichend ausgelastete Buslinien erstellen lassen.
Begründung
Große Busse haben oft das Problem, dass diese auf dem Land nie ausrechend wirtschaftlich funktionieren. Buslinien, die nur 2-3 mal am Tag verkehren bieten in unserer hochmobilen Gesellschaft keine Alternative zum ständig-verfügbaren PKW. Anrufsammeltaxis werden in der Regel aufgrund der Nichtbenutzbarkeit mit Fahrkarten sowie starker regionaler Eingrenzungen nicht angenommen, daher ist eine zulassung der existierenden Fahrkarten wichtig. Rufbuslinien werden ebenfalls nicht allzu gut angenommen, da die Anforderung des Angebots nur zu gewissen Zeitpunkten erfolgen kann. Die Kombination aus Anforderung und begrenztem zeitlichem Rahmen stellt eine zu hohe Hürde für die Benutzung dar.
Normale Taxis kann man sich als Student, Rentner, Arbeitnehmer usw. nicht regelmäßig leisten. Daher ist der Besitz eines PKWs in ländlicher Wohnlage fast nicht zu vermeiden.
Durch eine flächendeckende und permanente Bereitstellung von Mobilität wird der ländliche Raum insgesamt gestärkt. Durch eine Zusammenlegung von regelmäßig verkehrenden Linien (Busse/Bahnen), und Anforderungstransport können viele unrentable Buslinien bei gleichzeitig gesteigerter Anbindung der jeweiligen Stationen aufgegeben werden. Ein Einzeltransport von Personen ist ebenfalls nicht beabsichtigt, die Kleinstbusse, welche hier auf Nachfragebasis zwischen Verkehrsquelle und Verkehrssenke direkt verkehren sollten natürlich im Idealfall möglichst viele Personen mitnehmen und diese auf einer optimalen Route zu ihren Zielen bringen.
Rein kalkulatorisch kostet der Personenkilometer dann, aufgrund deutlich kleinerer Fahrzeuge, auch deutlich weniger als starre Busverbindungen mit schlechter Auslastung. Außerdem wird der Besitz einer Zeitfahrkarte dadurch deutlich aufgewertet - es entstehen somit zusätzliche Einnahmen.

Besser hätte ich es auch nicht schreiben können, daher nutze ich diesen Antrag, vor allem weil ich voll und ganz hinter dieser Idee stehe, um den ÖPNV attraktiver zu machen, ihn an die aktuelle Lebenswirklichkeit der Menschen in ländlichen Regionen anzupassen und diese somit mobiler zu machen. Diese Verbesserung ermöglicht ihnen eine einfachere Lebensgestaltung, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. 

All diese Gründe und die verkehrs-, wirtschafts- und sozialpolitischen Relevanz des Themas Mobilität machen es nötig, dies auf die Agenda der bayerischen Landespolitik zu setzen! Und dieses Thema in seiner Heimatregion in die öffentliche Diskussion zu bringen! An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an Andreas für seine Arbeit! 

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