Mittwoch, 28. November 2012

Warum der Ladenschluss zu liberalisieren ist

Die FDP fordert ja schon sehr lange und zurecht, dass die Ladenöffnungszeiten zu liberalisieren sind! Leider konnte sie sich damit bisher nicht durchsetzen. Umso wichtiger ist es, da es eine der begrenzten sinnvollen Positionen der Liberalen ist, zudem sie auch sehr piratig ist, dass auch die bayerischen Piraten eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten unterstützen und voranbringen. Daher wurde auch mit einer sehr deutlichen Mehrheit auf dem ersten Landesparteitag 2012 in Straubing beschlossen, diese Forderung für die bayerische Landtagswahl mit ins Programm zu nehmen.

Warum der Ladenschluss zu liberalisieren ist hat vielfältige Gründe und nur wenige Argumente der Ablehnung der dagegenstehenden Parteien und anderen Institutionen, wie z.B. der katholischen Kirche, sind zutreffend. Hier werden symbolisch Ängste bewusst und systematisch geschürt bzw. instrumentalisiert, um die eigenen und zum Teil höchst obsoleten Gesellschaftsbilder und Weltanschauungen bzw. Wertesysteme weiterhin legitimieren zu können.

Dass alle anderen Bundesländer ein eigenes Ladenschlussgesetz erlassen haben und nur in Bayern noch das 1956 (!) beschlossene Bundesgesetz gilt zeigt nochmal mehr wie deutlich, dass hier dringender Reformbedarf besteht. Diese Regelung entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit vieler Menschen im 21. Jahrhundert und beinhaltet viele Interpretations- und Auslegungsschwierigkeiten, wie die jüngsten Diskussionen zeigen, wer an Tankstellen, wann und was einkaufen darf. Um hier die Rechtssicherheit zu erhöhen und den Ladenschluss einer modernen und liberalen Gesellschaft von mündigen Bürgern anzupassen, macht die Liberalisierung dringend nötig.

Die Piratenpartei wird sich daher dafür einsetzten, die Ladenöffnungszeiten vom Montag bis Samstag völlig freizugeben, d.h. jedes Ladengeschäft im gesetzlichen Sinne, kann selber entscheiden zu welchen Zeiten es zwischen null und 24 Uhr aufmacht. Der Sonntag soll aus sozialen und kulturellen Zwecken weiter davon unberührt sein. Diese relativ völlige Liberalisierung hört sich nur auf den ersten Blick sehr umstürzlerisch und tiefgreifend an. Aber aus unserer Sicht ist dieser Weg der richtige, um auch dieses wirtschaftspolitische Feld der aktuellen Lebensrealität vieler Menschen und der Gesellschaft anzupassen. Weiterhin kann so die Bürokratie durch die viele unnötige Sonderregelungen abgebaut werden, um so einen zukunftsfähigen Umgang mit den Ladenöffnungszeiten zu ermöglichen.

Schauen wir uns die zwei Hauptargumente an, die gegen dieses Vorhaben gern ins Feld geführt werden. Hierdurch würde die Familien bzw. das familiäre Zusammenleben zerstört und hiervon würden nur große Konzerne und Filialisten profitieren und kleine Geschäfte würden weiter geschwächt bzw. ins finanzielle Aus getrieben, da sie hier nicht mithalten könnten.

Das Argument der Familienzerstörung ist aus zwei Gründen nicht wirklich stichfest. Erstens gibt es bereits viele Berufe in denen auch Abends und Nachts gearbeitet werden muss. Und ich möchte nicht der moralische Zeigefinger sein, der feststellt, in welchen Berufen und Arbeitstfeldern auch ein flexibleres Arbeiten wünschenswert oder gesellschaftlich sinnvoll ist. Außerdem werden dadurch meines Erachtens auch nicht alle Familien, die in den betreffenden Bereichen, wie z.B. Krankenschwestern oder Ärzte, arbeiten zerstört. Sondern diese Menschen sind sehr wohl in der Lage ihr Zusammenleben gut zu organisieren bzw. hier die nötige Flexibilität auch zu nutzen und benötigen keine Bevormundung durch eine staatliche Gesetzgebung aus den 50er Jahren. Außerdem können auch sie davon profitieren, wenn sie beispielsweise noch nach Dienstschluss um 22.00 Uhr ihre Einkäufe erledigen können,um dann am nächsten Tag verdienterweise ausschlafen bzw. ihre Freizeit nach ihren individuellen Bedürfnissen gestalten zu können bevor sie wieder in die Arbeit müssen. Zum zweiten geht diese Ansicht von einem einzigen, auch völlig antiquierten Familienbild von Vater, Mutter, Kind(er) aus, bei dem einer arbeitet und der andere Teil zuhause ist. Auch das ist schon lange nicht mehr so. Es gibt heutzutage sicher genügend Formen des familiären Zusammenlebens, egal mit wem oder mit oder ohne Kinder, die gerne ihre Arbeitszeiten flexibel, auch abends oder nachts, gestalten wollen. Nicht umsonst gibt es viele Menschen, die sich z.B. bei BMW für die Dauernachtschicht bewusst und gewünscht einteilen lassen. Lassen wir diesen Menschen die Freiheit dies zu tun und schaffen auch im allgemeinen Einzelhandel die rechtliche Grundlage hierfür!

Auch würden von einer Liberalisierung nicht die großen Geschäfte und Einkaufsmeilen profitieren, nein, ganz im Gegenteil, es käme den kleinen Geschäften des Einzelhandels zu Gute! Ja, ihr habt richtig gelesen. Dies hört sich nur paradox an, wenn man eine ideologisch besetzte Sichtweise besitzt. Für die großen Einkaufsmärkte ist es sicher nicht profitabel länger bzw. rund um die Uhr zu öffnen, da sie aufgrund ihrer großen Verkaufsfläche, oft auf zwei Etagen, viel zu viel Personal zur Kontrolle benötigen würden, als was sie dadurch einnehmen könnten. D.h. die Personalkosten, die nötig wären, um zu dünn besuchten Zeiten Diebstähle oder Vandalismus zu verhindern, lägen sicher über den Einnahmen, was diese Verlängerung der Öffnungszeiten unrentabel macht. Kleine Geschäfte hingegen, die man gut mit einer Verkäuferin im Blick hat und kontrollieren kann, könnten durch die Einnahmen wieder mehr Gewinn machen. Vor allem, wenn sie ihr Angebot und ihre Produktpalette immer aktuell und zeitnah an die Bedürfnisse und die Nachfrage ihres sozialen Nahraums, in dem sie sich befinden, anpassen. So könnte man das Geschäft zu späten Zeiten wieder weg von den Tankstellen, hin zu wirklichen Läden bringen, wie das Modell des Spätkaufs in größeren Städten beweißt. Dies funktioniert und ist aus unserer bzw. meiner Sicht wünschens- und unterstützenswert. Ich würde mich über wieder mehr "Tante Emma Läden" freuen und diese sicher auch hier und da mal nutzen.

Dass die Piraten nicht nur reden, sondern auch Handeln zeigt eine gute Initiative des Bamberger Piraten Benjamin Stöcker, der in das online Beteiligungstool der bayerischen Piraten, Pirate Feedback, einen eigenen, konkreten Gesetzentwurf für die Ladenöffnungszeiten in Bayern erarbeitet und eingestellt hat. Zu finden ist dieser unter folgendem Link:

https://feedback.piratenpartei-bayern.de/initiative/show/269.html

Ich hoffe er findet eine Mehrheit und wird relativ so in unserer Landtagswahlprogramm aufgenommen. Ich werde ihn, soweit ich kann unterstützen, da wir einen modernen und zukunftsfähigen Ladenschluss brauchen, der den Bedürfnissen und der Lebenswirklichkeit der Bürger gerecht wird und nicht durch ideologische Dogmen  Klarmachen zum Ändern!



Samstag, 24. November 2012

Soziale Stadt betrifft jeden

Im Rahmen der Städtebauförderung gibt es seit 1999 das Bund-Länder-Projekt "Soziale Stadt", das sicher vielen bekannt ist. Damit werden Stadt- bzw. Ortsteile finanziell gefördert, in denen soziale Missstände bestehen bzw. die aufgrund negativer sozialräumlicher Faktoren in diesem Gebiet (z.B. hohe Arbeitslosigkeit, eine große Dichte an Sozialwohnungen, eine fehlende soziale Infrastruktur oder Ähliches) einen besonderen Entwicklungsbedarf haben. Handlungsfelder sind beispielsweise Wohnumfeldverbesserung, Schule und Bildung, Integration oder Lokale Ökonomie.

Dieses Förderprogramm wurde im Haushaltsjahr 2011 von 95 auf 28,5 Millionen (für Bayern 7,9 Millionen) d.h. um gut 70% von der schwarz-gelben Bundesregierung gekürzt, was damals zurecht große Aufregung auslöste. Außerdem können aus dem Programm, soweit ich weiß, nur noch bauliche Maßnahmen und keine Modellvorhaben im sozial-integrativen Bereich mehr finanziert werden. Förderfähig waren z.B Maßnahmen und Projekte in den Bereichen Spracherwerb, Verbesserung von Schul- und Bildungsabschlüssen, Betreuung von Jugendlichen in der Freizeit, etc. Aber auch bzw. gerade im psycho-sozialen Bereich liegt oft der Ursprung vieler Folgeproblematiken, weshalb diese Einschränkung dringen zurückzunehmen ist. 2012 ist geplant für Projekte der Sozialen Stadt zwar wieder 40 Millionen zu Verfügung zu stellen. Dies ist dennoch zu kritisieren, da zuvor 50 Millionen geplant waren und zudem laut vielen Experten bei weitem nicht alle Projekte umgesetzt werden können, die dringend nötig wären, um die Lebensbedingungen der Menschen in den betroffenen Gebieten zu verbessern bzw. um diese eine Stück weit menschenwürdiger zu machen!


Auch in Straubing gibt es mit "Straubing-Süd" die Soziale Stadt. Das große Stadtteilfest, das auch ich besuchte, der neue Radweg an der Rennbahn und das geplante Familienhaus sind nur einige der Aktivitäten und Projekte, die zu einer merklichen Aufwertung dieses Viertels geführt haben. Der SPD Stadtrat Peter Stranninger, der damals federführend war, dass Mittel nach Straubing kamen sollte bei seinen Bemühungen, das Projekt "Straubing Süd" weiter aufrechtzuerhalten bzw. auch weitere potentielle Fördergebiete in Straubing auszumachen, von allen Parteien und gesellschaftlichen Kräften unterstützt werden.


Die AG Kommunalpolitik der Piratenpartei Straubing, die ich unter anderem koordiniere wird sich, wenn das Thema eine Mehrheit findet, wovon ich ausgehe, in den nächsten Treffen, aufgrund der multikausalen Bedeutung, mit der "Sozialen Stadt" beschäftigen. Es soll geschaut werden, wo bzw. in welcher Form hier Unterstützung geleistet werden kann. 


Aber warum der ganze Wirbel um ein soziales Thema? Ganz einfach, weil Investitionen und Fördermaßnahmen in bauliche und sozial-integrative Projekte nicht nur den Menschen in den belasteten Vierteln zugute kommen und ihre Wohnbedingungen verbessern, sondern diese auch Ausstrahlungskraft haben. Gelder, die in die Städtebauförderung bzw. in die Soziale Stadt gesteckt werden, generieren den Einsatz weiterer öffentlicher Mittel und den von Ressourcen aus dem privaten Bereich, was die wirtschaftspolitische Kohärenz dieses Themas deutlich macht. Außerdem kann sich die Aufwertung benachteiligter Stadtteile auch positiv auf die gesamte Stadtentwicklung auswirken. Es wird der gesellschaftliche Zusammenhalt des städtischen Lebens bzw. der Bürger untereinander gestärkt, ehrenamtliches Bürgerengagement wird unterstützt und der soziale Frieden kann zunehmen bzw. erhalten werden. Daher geht Soziale Stadt jeden etwas an!


All diese Gründe machen es notwendig, dass eigentlich alle bayerischen Landtagsabgeordneten
nicht nur in ihrer Heimat schöne und wohlwollende Reden hierzu schwingen, sondern sich für die Aufstockung der Mittel im Bundeshaushalt stark machen und einsetzen sollten. Sowohl für Bayern, aber auch für ihre jeweilige Region. Daher sollte das Thema "Soziale Stadt" nicht nur im Landtagswahlkampf 2013 eine größere Rolle spielen, sondern auch danach ein Thema sein, für das es sich stark zumachen gilt! 40 Millionen sind zuwenig, um die drängenden sozialen Probleme in den Städten durch diese Maßnahmen zu bewältigen bzw. abzufangen. Vor allem wenn man bedenkt, dass schon einmal über 100 Millionen investiert worden sind. Das Geld wäre im Bundeshaushalt sehr wohl vorhanden, es gilt nur, es sinnvoll umzuverteilen. Vielleicht mal von oben nach unten, das wäre doch mal was! Die Piratenpartei wird sich auf jeden Fall dieses Themas annehmen, davon ist auszugehen, da soziale und gesellschaftliche Teilhabe eines unserer zentralen Themen ist! Und das ist gut so! Klarmachen zum Ändern!


Dienstag, 20. November 2012

Mobilität - wichtiger als man denkt?!!

Mobilität ist ja heutzutage ein viel gebräuchliches Wort. Jeder Mensch will bzw. muss, z.B. beruflich, mobil sein, um ein möglichst flexibles Leben zu führen bzw. die Anforderungen des Alltags gut bewältigen zu können. Daher hat das Thema "Mobilität" auch einen Platz im Programm der Piratenpartei Bayern.

Neben der Wichtigkeit des Themas für die Menschen, speziell im ländlichen Raum, ist das Thema auch politisch mehr wie bedeutend. Denn bei Mobilität geht es nicht nur um Verkehrs-, sondern auch um Wirtschafts- und Sozialpolitik. Wie gesagt, in der Stadt ist dies oft weniger problematisch. Aber auf dem Land, auch im Landkreis Straubing-Bogen, der sich als Flächenlandkreis sehr weit von Süden nach Norden und von Osten nach Westen zieht, leiden die Menschen oft unter einer eingeschränkten Mobilität.

Investitionen in infrastrukturellen Maßnahmen der Mobilität bzw. Förderprogramme in diesem Bereich sind daher auch wichtige wirtschaftspolitische Instrumente, weil viele Menschen nicht arbeiten können, da sie ohne Auto nicht zu einer potentiellen Arbeitsstelle kommen, wenn diese evtl. mehrere Kilometer von ihrem Heimatdorf entfernt liegt. Daher muss es Aufgabe der Politik sein, die Bedingungen für Menschen in ländlichen Regionen zu verbessern, mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen.

Auch liegt bei der Mobilität eine sozialpolitische Korrelation vor, d.h. der Mensch will bzw. braucht soziale Kontakte, in welcher Form auch immer, um nicht zu vereinsamen und nicht in die soziale Isolation zu rutschen, was der psychischen Gesundheit sehr zuwiderlaufen würde. Viele Menschen sind auf dem Dorf zwar in der Nachbarschaft oder Dorfgemeinschaft integriert. Aber für diejenigen, die dies nicht sind oder nicht wollen, muss die Möglichkeit bestehen, auch ohne Auto soziale Kontakte außerhalb des direkten sozialen Umfeldes aufbauen und pflegen zu können. Daher auch aus sozialpolitischer Sicht: der ÖPNV auf dem Land besser werden! Stichwort: Sicherstellung der sozialen Teilhabe und der Teilnahmemöglichkeiten am gesellschaftlichen und sozio-kulturellen Leben! Ein weiterer, mehr wie wichtiger sozialer Aspekt, ist die Erreichbarkeit medizinischer Einrichtungen, der von Kindertageseinrichtungen oder ganz banal die Möglichkeit des täglichen Einkaufs sicherzustellen.

Deshalb setzen sich die Piraten für eine Grundversorgung mit Mobilität ein! Auch ich will diese Forderung im Landtagswahlkampf für Straubing-Bogen thematisieren und Voranbringen. Die Idee und die Begründung hierzu kann man sehr schön dem Antrag von meinem Kollegen aus Oberbayern Andreas Witte entnehmen. Dieser ist seit dem LPT 2012.1 in Straubing eine unserer Positionen im Bereich der Mobilität:


Die Piratenpartei Bayern setzt sich für eine bessere Mobilitätsgrundversorgung in schwach besiedelten Gebieten ein.
Aktuell kann insbesondere der ländliche Raum nur durch hohe Subventionen mit ÖPNV versorgt werden - und trotzdem ist eine Grundversorgung nicht gewährleistet.
Die Piratenpartei Bayern setzt sich daher dafür ein, alle in Bayern existierenden Rufbus- und Anrufsammeltaxi-Angebote zusammenzuführen, überregional zu verknüpfen, dahingehend umzustrukturieren, dass Begrenzungen entlang von Landkreisgrenzen entfallen, Abfahrten jeweils zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgen und Benutzbarkeit mit gängigen Fahrkarten ohne Aufpreis möglich ist.
Eine Bereitstellung dieser Grundversorgung soll, wo keine andere Anbindung existiert, ständig gewährleistet sein.
Außerdem soll diese Grundversorgungsstruktur parallel zu bestehenden Verbindungen als Ergänzung für nicht verkehrende Busse und Bahnen nachts und als Direktverbindung, wo eine Benutzung der vorhandenen, regelmäßig-verkehrenden Linien mehr als eine Verfünffachung der Fahrzeit bedeutet, bereitgestellt werden.
Langsfristig sollen die Verkehrsquellen und Ziele analysiert und dahingehend geprüft werden, ob sich aus diesem Kleinverkehr ggf. ausreichend ausgelastete Buslinien erstellen lassen.
Begründung
Große Busse haben oft das Problem, dass diese auf dem Land nie ausrechend wirtschaftlich funktionieren. Buslinien, die nur 2-3 mal am Tag verkehren bieten in unserer hochmobilen Gesellschaft keine Alternative zum ständig-verfügbaren PKW. Anrufsammeltaxis werden in der Regel aufgrund der Nichtbenutzbarkeit mit Fahrkarten sowie starker regionaler Eingrenzungen nicht angenommen, daher ist eine zulassung der existierenden Fahrkarten wichtig. Rufbuslinien werden ebenfalls nicht allzu gut angenommen, da die Anforderung des Angebots nur zu gewissen Zeitpunkten erfolgen kann. Die Kombination aus Anforderung und begrenztem zeitlichem Rahmen stellt eine zu hohe Hürde für die Benutzung dar.
Normale Taxis kann man sich als Student, Rentner, Arbeitnehmer usw. nicht regelmäßig leisten. Daher ist der Besitz eines PKWs in ländlicher Wohnlage fast nicht zu vermeiden.
Durch eine flächendeckende und permanente Bereitstellung von Mobilität wird der ländliche Raum insgesamt gestärkt. Durch eine Zusammenlegung von regelmäßig verkehrenden Linien (Busse/Bahnen), und Anforderungstransport können viele unrentable Buslinien bei gleichzeitig gesteigerter Anbindung der jeweiligen Stationen aufgegeben werden. Ein Einzeltransport von Personen ist ebenfalls nicht beabsichtigt, die Kleinstbusse, welche hier auf Nachfragebasis zwischen Verkehrsquelle und Verkehrssenke direkt verkehren sollten natürlich im Idealfall möglichst viele Personen mitnehmen und diese auf einer optimalen Route zu ihren Zielen bringen.
Rein kalkulatorisch kostet der Personenkilometer dann, aufgrund deutlich kleinerer Fahrzeuge, auch deutlich weniger als starre Busverbindungen mit schlechter Auslastung. Außerdem wird der Besitz einer Zeitfahrkarte dadurch deutlich aufgewertet - es entstehen somit zusätzliche Einnahmen.

Besser hätte ich es auch nicht schreiben können, daher nutze ich diesen Antrag, vor allem weil ich voll und ganz hinter dieser Idee stehe, um den ÖPNV attraktiver zu machen, ihn an die aktuelle Lebenswirklichkeit der Menschen in ländlichen Regionen anzupassen und diese somit mobiler zu machen. Diese Verbesserung ermöglicht ihnen eine einfachere Lebensgestaltung, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. 

All diese Gründe und die verkehrs-, wirtschafts- und sozialpolitischen Relevanz des Themas Mobilität machen es nötig, dies auf die Agenda der bayerischen Landespolitik zu setzen! Und dieses Thema in seiner Heimatregion in die öffentliche Diskussion zu bringen! An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an Andreas für seine Arbeit! 

Sonntag, 18. November 2012

Warum eigentlich Piraten wählen?

...die Antwort ist relativ leicht, wenn man vorurteilsfrei und offen an die Sache herangeht: die Piraten würden, wenn sie bzw. wir in den Landtag kämen, sicher zu Beginn auch Fehler machen. Und wir müssten uns auch erst in den parlamentarischen Betrieb mit Gesetzgebungsverfahren, den Wegen der Antragstellung, etc. einarbeiten...

....ABER: WIR WERDEN DAS GUT SCHAFFEN! UND es zieht frischer Wind ins Maximilianeum ein. Frischen Wind machen haben fast alle Parteien aufgegeben und trotten im alten Muff vor sich hin. Eine neue politische Kraft, die diesem verkrusteten Betrieb wieder Schwung gibt, ist mehr wie von Nöten! Auch das Bürgerinteresse wird geweckt, wie sich diese Truppe schlägt. Der Charme unserer Politik ist sowohl der neue Politikstil, Stichwort Transparenz, sowie mehr direkte Demokratie durch den Bürger, den bzw. die wir fordern und unsere Mischung aus sozialen und liberalen Positionen. Auch sind wir gerade dabei z.B. auch Umwelt- oder Wirtschaftsthemen mit Inhalt zu füllen (z.B. die Dezentralisierung der Stromversorgung oder die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten). Viele sagen das ist nicht Fisch nicht Fleisch und uns fehle ein alles überstrahlendes Kernthema,  wie damals den Grünen die Umweltpolitik.

Ich sage: DIE MISCHUNG MACHT'S!  Und eine moderne Partei braucht keinen ideologischen Unterbau, um gute Politik zu machen!

Abschliessend zu unserer momentanen partiellen Zerstrittenheit: dies sollten wir schnell abstellen, das ist richtig. Aber bei den anderen Parteien wird doch genauso viel, zum Teil noch gröber, gestritten. Nur eben in den Hinterzimnern und nach aussen wird heile Welt und Einigkeit vorgespielt...ob das besser ist, ich denke nicht!

KLARMACHEN ZUM ÄNDERN!

Der Anfang ist gemacht - erste Themen sind gesetzt

Da ich mich ja als Direktkandidat für den Stimmkreis 209 - Straubing-Bogen und auch über die Liste für eine Landtagskandidatur bei den Piraten bewerbe,  hier meine ersten Ideen und thematischen Ansätze, die ich verfolgen möchte. Ich werde mich für ein liberaleres und sozialeres Bayern einsetzen, ganz im Sinne des durch die aktuelle Politik etwas in Vergessenheit geratenen Leitspruches "Liberalitas Bavarica", d.h. ich will ein weltoffenes und tolerantes Bayern, in dem der Satz " Leben und Leben lassen" wieder etwas gilt. Ganz im Sinne einer Gesellschaft, wie sich die Piratenpartei diese vorstellt, soll der Bürger wieder mehr Rechte erhalten und sich leichter über politische und damit auch gesellschaftliche Prozesse informieren und dieses auch aktiver mitgestalten können. Für ein piratiges und damit sozial-liberales Bayern! Klarmachen zum Ändern! Dies werden meine  vorläufigen Themenschwerpunkte sein, für die ich mich einsetzen werde, falls ich ein Mandat erreichen sollte:

Bayern
Sozialpolitik
  • Wohnbau- und Städtebauförderung (z.B. Projekt Soziale Stadt) Grund: Grundbedürfnis, Existenzsicherung, soziale Grundlage für Arbeit, psychische Gesundheit etc.
  • Familien- und Jugendhilfe (z.B. Zuschüsse für Kindertagseinrichtungen oder für die Jugendarbeit) Grund: frühkindliche Bildung, soziale Kompetenzen, soziale Integration
  • Förderung der Schulsozialarbeit als psychosoziales Sprungtuch für Familien und Jugendliche in Krisensituationen, ergänzend zum Elternhaus und zur schulischen Ausbildung Grund: Persönlichkeitsentwicklung, Grundlage der späteren materiellen Existenz
  • Familienpolitik:Einsetzung für die Gleichstellung, sowohl bei der Behandlung, als auch bei der Förderung von allen Formen des familiären Zusammenlebens und bei den Formen der Kinderbetreuung ohne eine Form zu bevorzugen (z.B. daher Ablehnung des Betreuungsgeldes als unnötiges Steuerungsinstrument und Eingriff in die Wahlfreiheit der Familien)
  • Prävenion hat in der Familien- und Jugendhilfe Vorrang! Daher Erhalt und Ausbau von Regelförderprogrammen in diesem Bereich (z.B. die Koordinierenden Kinderschutzstellen, KoKi oder Erziehungsberatungsstellen)
  • Voranbringung der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf den verschiednen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens
Bildungspolitik
  • Einsatz linzenzfreier Lehrmittel an bayerischen Schulen Gund: finanzielle Entlastung der Eltern, freie Entwicklung der Wissensgesellschaft
  • Abschaffung der Studiengebühren; auch für das "Zweitstudium", wenn zuvor ein Studium abgebrochen oder ohne Abschluss beendet wurde Grund: soziale Gleichstellung, Abbau von finanziellen Hürden, Fachkräftemangel
  • Abschaffung der Kindergartengebühren Grund: frühkindliche Bildung, freier Zugang, soziale Integration, soziale Kompetenzen
  • Stärkung der Autonomie der Hochschulen (z.B. bei der Auswahl der Dozenten oder beim Auswahlverfahren der Studierenenden)
  • Schulpolitik: Schaffung/Förderung neuer Lehrerstellen, Verbesserung der Ausstattung der Schulen, Prüfung möglicher Förderprogramme, Stärkung der Schulsozialarbeit, Einstellungspolitik bei Lehrern allg. und nach dem Studium
Demokratie/Teilhabe/Bürgerrechte/Transparenz
  • Lockerung des Versammlungsgesetzes
  • Volks- und Bürgerbegehren auf allen politischen Ebenen ermöglichen und stärken
  • Prüfung von mehr und anderen Möglichkeiten von mehr Transzparenz auf allen politischen Ebenen (z.B. Livestreaming, Abbau der geschlossenen Sitzungen in den Ausschüssen) und beim Verwaltungshandeln (z.B. Vergabeparaxis und Informationen über deren Grundlage bei öffentlichen Aufträgen)
  • Kennzeichnung von Polizeikräften mit Nummern
Wirtschafts-, Verkehrs- und Energiepolitik
  • Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten
  • Abschaffung des Meisterzwanges
  • Förderung von verkehrspolitischer Projekte in der Fläche statt einzelner Großprojeke
  • Einführung eines fahrscheinlosen ÖPNV und einer Mobilitätsflatrate
Niederbayern
  • Donauausbau ohne Staustufen bzw. Voranbringen des vernetzen Konzeptes (auf Basis des Beschlusses auf dem BzPT in Plattling)
  • Gentechnikfreies Niederbayern - da diese Technik nicht nötig ist und die Spätfolgen für Mensch, die Böden etc. nicht erforscht sind
  • Verbot von Patenten auf Lebewesen und Lebensmittel zur Stärkung der mittleren und kleinen landwirtschaftlichen Betriebe und zum Erhalt einer sinnvollen Fruchtfolge und anderen Faktoren einer nachhaltigen Landwirtschaft
  • Flächendeckender Ausbau eines Breitband DSL Netzes -für mehr wirtschaftliche Konkurenzfähigkeit der Betriebe auf dem Land und Erhöhung der Teilhabe am digitalen Leben
Straubing
  • Erhöhung der Studentenzahlen und Verbesserung der Bedingungen und der Ausstattung der Lehrstühle in Straubing zur Förderung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Vielfalt des städtischen Lebens
  • Mehr bezahlbarer Wohnraum für Familien, soziale schwächere Menschen und Studenten - Wohn- und Städtebauförderung für Straubing
  • Falls noch nötig: Vorantreiben des barrierefreien Bahhofes in Straubing
  • Verbesserung des ÖPNV auf dem Land durch die Einführung eines bayernweit integrierten Anruf-Sammeltaxi Systems (Grundversorgung Mobilität)
  • Stärkung der Selbstbestimmungsfähigjeit der Kommunen bei der Einführung eines fahrscheinlosen ÖPNV's